Rückblicke

Bei der "droste" zu Haus - Stationen im Leben der Annette von Droste-Hülshof

Kulturhistorische Online-Tagung
29. Mai 2021

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Annette von Droste-Hülshoff (1797 - 1848) - kurz nur "die Droste" genannt - gilt berechtigterweise nicht nur als "National"-Dichterin von Westfalen, sondern auch als die bedeutendste deutschsprachige Poetin des 19. Jahrhunderts. Ihre wichtigsten Lebensstationen in Westfalen bilden das Stammhaus ihrer im Münsterland bedeutenden, edelfreien Familie - Burg Hülshoff - und ab 1826 der Witwensitz ihrer Mutter Haus Rüschhaus in Münster-Nienberge, in dem sie bis zu ihrer Übersiedlung nach Meersburg (1841) lebte und arbeitete. Dort entstanden wohl ihre berühmtesten, von der westfälischen Landschaft und Natur bestimmten Werke, wie die Ballade "Der Knabe im Moor" und die Novelle "Die Judenbuche". Noch heute wird sie als eine mit der westfälischen Landschaft eng verbundenen Dichterin gesehen, ohne jedoch zu bedenken, wie stark sie immer wieder danach strebte, die engen Grenzen ihrer Herkunft und ihres Geschlechts zu überwinden. Nicht umsonst formulierte die zeitlebens kränkelnde, klein gewachsene und extrem kurzsichtige Dichterin in einem Gedicht für ihren Patensohn Levin Schücking: "Das Leben ist so kurz, das Glück so selten / So großes Kleinod, einmal sein statt gelten". So bleibt zu hinterfragen, in wie weit die literarische Zuschreibung als Dichterin des Biedermeiers berechtigt ist.

Die Tagung führt in Leben und Werk der Dichterin ein .


Veranstalter: Katholische Akademie Schwerte, www.akademie-schwerte.de

Der Blick des Lammes - JAN VAN EYCK UND DIE OPTISCHE REVOLUTION SEINER KUNST

Bericht zu einer "abgesagten" Ausstellung - Kunsthistorisches Online-Seminar
6. März 2021

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2020 sollte ein großes Jubiläumsjahr für den berühmten Genter Altar und seinen Künstler Jan van Eyck werden, doch wegen die Corona-Pandemie mußte die einzigartiges Ausstellungsprojekt abgebrochen werden. Der Genter Altar von 1432 gilt berechtigterweise als Höhepunkt der frühen flämischen Malerei. Seit 2012 wurde dieses monumentale Werk, das im Laufe der Jahrhunderte eine wechselvolle Geschichte durchlebt hat, umfassend restauriert.  Viele Details wurden in ihren originalen Zustand zurückversetzt, die die Wirkung und Bedeutung des Altares in ein neues Licht rücken. Spektakulär ist die Entdeckung, dass der Blick des Lammes im visionären Zentrum des gesamten Altares ursprünglich - und nun wieder - direkt auf den Betrachter gerichtet war, und so dem gesamten Werk eine außergewöhnliche, christologische Aussage innewohnt.
Den Reichtum Flanderns und speziell Gents bezeugt die Tatsache, dass dieser fast 4 Meter hohe und bis zu 5,20 Meter breite Altar keineswegs der Hauptaltar der damaligen Pfarrkirche und heutigen Kathedrale war, sondern einer privaten Stiftung eines Patrizier-Ehepaares entsprang, das zur Elite der Bürgerschaft Gents gehörte.
Veranstalter: Katholische Akademie Schwerte, Bergerhofweg 24, 58239 Schwerte

paradiese - sehnsucht nach einer besseren welt ?

Kulturhistorischer Online-Vortrag
10. Februar 2021

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Menschen haben sich immer nach einer besseren Welt gesehnt. In dem großartigen Bild des Paradieses sammeln sich Vorstellungen von einem anderen, besseren Ort oder Seins-Zustand. So wie die drei großen abrahamitischen Religionen diesen Entwurf des Gott-nahen Zustands kennen, zielen auch Buddhismus und Hinduismus auf eine Zukunft hin, in der das Leiden überwunden ist. Die Entwürfe eines 'Paradieses auf Erden' sollten auch im Hier und Jetzt die Phantasie der Menschen anregen. Vom hedonistisch geprägten Schlaraffenland über alternative Glaubens- und Gesellschaftsentwürfe sogenannter 'häretischer' Gruppen bis zur Schrift UTOPIA von Thomas Morus werden diese Visionen angetrieben von einer großen Sehnsucht nach Harmonie, Fülle und Frieden für alle.
Veranstalter: Interreligiöses Forum im GARTEN DER RELIGIONEN RECKLINGHAUSEN


Paradiese - Land, wo Milch und Honig fließt...

Tagesseminar für Liebhaber von Kunst und Kirchen

31. Oktober 2020

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Menschen haben sich immer nach einer besseren Welt gesehnt. In dem großartigen Bild des Paradieses sammeln sich Vorstellungen von einem anderen, besseren Ort oder Seins-Zustand. So wie die drei großen abrahamitischen Religionen diesen Entwurf des Gott-nahen Zustands kennen, zielen auch Buddhismus und Hinduismus auf eine Zukunft hin, in der das Leiden überwunden ist.

Die Entwürfe eines 'Paradieses auf Erden' sollten auch im Hier und Jetzt die Phantasie der Menschen anregen. Vom hedonistisch geprägten Schlaraffenland über alternative Glaubens- und Gesellschaftsentwürfe sogenannter 'häretischer' Gruppen bis zur Utopia von Thomas Morus werden diese Visionen angetrieben von einer großen Sehnsucht nach Harmonie, Fülle und Frieden für alle.

In unseren Kirchen finden sich unterschiedliche Bilder von diesen Orten, in denen womöglich Milch und Honig fließen oder Frieden und Gerechtigkeit denkbar sind. Das Seminar führt anhand von Bildern aus unterschiedlichen Jahrhunderten in verschiedene Paradiesvorstellungen und Zukunftsentwürfe ein.
Ort:  Haus Landeskirchlicher Dienste, Olpe 35, 44135 Dortmund 

VERSCHOLLENE GESCHLECHTER 

Untergegangene Familien-Dynastien, ihre Besitzungen und Traditionen
Kulturhistorisches Seminar
9. - 10. Oktober 2020

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Die Jahrhunderte haben viele Herrschergeschlechter kommen und gehen sehen. So manche sind in nachfolgende Dynastien aufgegangen, andere sind schlichtweg von der Bildfläche verschwunden. Einige wurden als Strafe für ihr Fehdewesen enteignet und als Sühne in ein Kloster verbannt (wie die Cappenberger), andere sind z.T. vollständig ausgestorben (wie die Familie des Markgrafen Gero), sei es durch Kriege und Fehden, sei es durch Krankheit und Seuchen. Zu einer der heute fast völlig unbekannten verschollenen Geschlechter gehörten die Andechs-Meranier, eine bedeutende aufstrebende Familie, die indirekter Verbindung mit dem hohen Reichsadel stand und von deren Größe heute noch ihre Familienstiftung, das Kloster Andechs, zeugt.
Ort: Katholische Akademie Schwerte, Bergerhofweg 24

Reihe: Abseits des Weges

ALTE DORFKIRCHEN IM RUHRGEBIET

Mittelalterliche Kleinode am Rande der Großstadt
Kunst- und kulturgeschichtliches Seminar mit Tages-Exkursion nach Dortmund-Huckarde, -Kirchlinde und -Brechten
4. - 5. September 2020

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Heutzutage sind uns die Namen Huckarde, Kirchlinde oder Brechten eher als S-Bahn-Stationen im Stadtge­biet Dortmunds, denn als kunsthistorisch interessante Orte bekannt. Dagegen verbinden wir mit den Kir­chen St. Reinoldi, St. Marien, St. Johannis und St. Petri (mit dem sog. "goldenen Wunder") im Zentrum von Dortmund gerne die Pracht der reichen mittelalterlichen Hanse- und Freien Reichsstadt. Doch finden sich gerade auch in den Stadtteilen, die ehemals nicht zum städtischen Territorium Dortmunds gehörten, etliche sehr alte Kirchen, die schon vor der Industrialisierung auf eine lange Geschichte zurückblicken. Sie zeugen von dem ehemals dörflichen Charakter dieses Siedlungsraums und bewahren mit ihrer alten Ausstattung wahre Schätze sakraler Kunst.

So haben in den vergangenen Jahren gerade die Dorfkirchen im Ruhrgebiet, die oft vergessen im Schatten der großen reichsstädti­schen Gotteshäuser lange ihr Dasein fristeten, die besondere Aufmerk­samkeit der Kunst- und Kulturgeschichte auf sich gezogen. Hier treffen mittelalterliche Romanik und Neugotik aufeinander, werden Himmel und Hölle ins Gewölbe geworfen, ein "kleines goldenes Wunder" für die Gläu­bigen ausgebreitet, und auch der listige Fuchs wird nicht vergessen. All dies bieten die alten Pfarrkirchen in Huckarde, Brechten und Kirchlinde, die mit ungewöhnlichen Schätzen den Betrachter zu einer neuen Sicht auf die Orte abseits der Hauptwege einladen.

Die Reihe »Abseits des Weges« nimmt zum Teil weniger bekannte, aber dennoch lohnenswerte Kulturzeug­nisse der Region in den Blick. Der einführende Seminarteil am Freitag ordnet das Exkursionsprogramm des Folgetages in einen breiteren kulturhistorischen Kontext ein und vermittelt grundlegende kunst- und kultur­geschichtliche Informationen zu dem Exkursionsziel. 

Ort: Katholische Akademie Schwerte, Bergerhofweg 24

Erkunden statt verkünden

Der Garten der Religionen in Recklinghausen - Ort der Begegnung und des Dialogs
Perspektiven für einen interreligiösen Dialog

Tagesseminar im Garten der Religionen, Recklinghausen
22. August 2020

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Wie können Menschen unterschiedlicher Religionen und Weltanschauungen gut miteinander leben? Begegnungen untereinander, Kenntnisse übereinander, Erfahrungen miteinander - all das wird in Deutschland und Europa immer wichtiger. Denn: "Keine Religion ist eine Insel" und keine Weltanschauung oder Religion - das Christentum eingeschlossen! - kann sich von den Gefahren von Ideologisierung und z. T. krassen Fehlentwicklungen freisprechen.

Der GARTEN DER RELIGIONEN in Recklinghausen, der seit Oktober 2019 im ehemaligen Klostergarten der Franziskaner geöffnet ist, versteht sich als Ort der Begegnung und des Dialogs. Er möchte nicht nur Wege zu Judentum, Christentum, Islam, Buddhismus und Hinduismus aufzeigen, sondern durch Impulsworte auf Verbindendes aufmerksam machen, das alle Menschen bewegt. Ausdrücklich wollen die Initiatoren auch mit jenen ins Gespräch kommen, die sich keiner der fünf großen Weltreligionen zugehörig fühlen, aber auch einen ethisch orientierten Lebensweg gehen. Alle Altersgruppen sind angesprochen, ihren eigenen Gedanken zu folgen und sich auf das Experiment des GARTENS DER RELIGIONEN einzulassen, ganz nach dem Motto: erkunden statt verkünden.

Das Tagesseminar wird zuerst in die Entwicklung und Planung des Gartens in Recklinghausen einführen und sich mit seinem Konzept auseinandersetzen. Danach erkunden wir ihn. Gemeinsam hinterfragen wir unsere Bilder und (Vor-)Urteile über die jeweiligen Religionen und setzen uns mit neues Aspekten und Entdeckungen auseinander.

Ort: GARTEN DER RELIGIONEN, Friedrich-Ebert-Straße 231, 45659 Recklinghausen

weitere Informationen zum GARTEN DER RELIGIONEN in Recklinghauen unter:

www.garten-der-religionen-recklinghausen.de

heiliger ernst und göttliches Spiel

Liturgische Inszenierung und fromme Aufführungen in Mittelalter und Früher Neuzeit

Kulturhistorisches Seminar

14. - 15. Februar 2020

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"Er (Gott) würfelt nicht!" So kommentierte Albert Einstein 1926 den Gedanken von der Zufälligkeit des Universums und bemühte auf diese Weise eine Metapher, die die Idee des Spiels in ihren Mittelpunkt stellt. Zufall oder Macht des Schicksals, beide Elemente bestimmen die Dramaturgie des Schauspiels und weisen auf die Ernsthaftigkeit des Anliegens hin. Weit über die vermeintliche Leichtigkeit des absichtslosen Kinderspiels hinaus wird die zivilisatorische Qualität des Spiels sichtbar. 

So nimmt es nicht Wunder, dass gerade das Schau-Spiel eine bedeutende Rolle im Religiösen inne hat. Vom Nachvollzug des Erlösungs-Mysteriums im Ritus der Liturgien und Prozessionen, im der szenische Auseinandersetzung mit dem heilsgeschichtlichen Geschehen von Weihnachten bis Ostern in den mittelalterlichen Mysterienspielen bis hin zu quasi-theatralischen Aufführungen religiöser Unterweisung und Heiligenviten reicht das Spektrum, dessen sich das Christentum seit alters her bedient. Noch heute zeugen verschiedene Passionsspiele (s. Oberammergau) von dieser Tradition. Dabei entwickelten z.B. die weiblichen Religiosen spezielle Formen des geistlichen Spiels.

Das Seminar stellt die variantenreichen Formen des geistlichen Spiels und seine Entwicklung in alter Zeit vor und versucht, sie anhand der erhaltenen Sachzeugnisse - z.B. den Hl-Grab-Christus-Figuren - in ihren kulturellen Rahmen einzuordnen.
Ort: Katholische Akademie Schwerte, Bergerhofweg 24

Rückblick 2019