Programm 2021


Vorträge Tagungen

KulturReisen

Von den Lilien auf dem Felde und den Bäumen im Paradies

Pflanzen und ihre Geheimnisse in Kirchen und Christlicher Kunst

Kunst- und kulturhistorische Online-Tagung 

5. Juni 2021

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Pflanzen sind in Kirchen allgegenwärtig: der Baum im Paradies, die Zedern des Libanons, die Lilien auf dem Feld, die Rose, der Weizen, die Weintraube oder der Apfel. Die Symbolik gipfelt in dem Kreuz als Baum des Lebens, eine Symbolik, die sich sinnfällig in jenen Kreuzen widerspiegelt, an deren Holmen es knospt und sprießt. Die keimende, blühende und Frucht tragende Pflanzenwelt umrankt die Portale und Kapitelle der Kirchen und überwuchert in der Buchmalerei die liturgischen Texte.
In der agrarischen Welt des Mittelalters hatten die Menschen zu dieser Bildsprache noch einen unmittelbareren Zugang als wir diesen heute haben. Alltagserfahrungen um Heil- und Giftpflanzen flossen in die christliche Bilderwelt mit ein. Denn jede dieser Pflanzen hatte auch eine spezielle Bedeutung im Glauben der Menschen.
So nimmt es nicht wunder, dass die keimende, blühende und Frucht tragende Pflanzenwelt die Portale und Kapitelle der Kirchen umranken, in der Buchmalerei die liturgischen Texte überwuchern und auf den Andachtsbildern und Altären des Spätmittelalters minutiös dargestellt werden. Jede dieser Pflanzen hat eine spezielle Bedeutung, die darauf hinweisen soll, dass die gesamte Schöpfung auf das Heilswerk Christi ausgerichtet ist. Dabei flossen altes Wissen um die Erscheinung und Wirksamkeit der Pflanzen sowohl aus der Antike als auch aus den Alltagserfahrungen der mittelalterlichen Menschen ein. Die Tagung führt in die Vielfalt, Bedeutung und Anwendungen der Pflanzensymbole in der christlichen Kunst ein.

Termin: 5. Juni 2021 (Sa); 10:30 - 12:00 Uhr und 14:00 - 15:30 Uhr
Die Tagungs-Einheiten können nicht teilweise oder seperat gebucht werden !
Teilnehmerbeitrag: 35 € pro Pers.
Anmeldeschluss: 1. Juni 2021
Bitte melden Sie sich mit Ihrer vollständigen Adresse und mit dem Veranstaltungstitel per Mail an. Sie erhalten mit der Anmeldebestätigung eine Rechnung und anschließend die Zugangsdaten zum Online-Seminar.

kulturreise

REIHE: FLUSSLANDSCHAFTEN

ZWISCHEN SPREE UND ODERSTRAND

Kulturreise ins Brandenburgische (Frankfurt/Oder, Kloster Neuzelle, Lübbenau im Spreewald, Cottbus und Schloss Branitz)

! ! ! ! Terminverschiebung wegen Corona ! ! ! !

neuer Termin: 13. - 17. Juli 2021

Die Reihe »Flusslandschaften« möchte die großen und kleinen Flüsse als Verbindendes einer Kulturlandschaft verstehen und die Vielfalt und Schönheit von Natur und Kultur betrachten.

Anmeldeschluss: 11. Juni 2021

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Die in der Oberlausitz in mehreren Quellen entspringende, ca. 400 km lange Spree fließt an Cottbus vorbei parallel zur Oder, um bei Berlin-Spandau in der Havel zu münden. Schon im 17. Jahrhundert wurde diese relativ kurze Distanz zwischen Oder und Spree durch einen Kanal überbrückt, den der Brandenburger Friedrich Wilhelm - der "große Kurfürst" - errichten ließ. Diese überaus wasserreiche, z.T. sumpfige Region erlebte im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Brüche, war sie doch in der Eiszeit ein Endmoränen-Gebiet mit zahlreichen Flussläufen und Urstromtälern. Als Braunkohlegebiet der Niederlausitz um Cottbus heute eher berüchtigt, durchzogen ehemals die großen Fernhandelsrouten nach Osten das Land und stellten es so immer auch wieder in die Aufmerksamkeit der verschiedenen Fürstengeschlechter bis hin zu Kaiser Karl IV., für dessen Handelsinteressen das Gebiet mit dem Erwerb von Schlesien und der Niederlausitz als Durchgangsregion bedeutsam war. Dementsprechend förderte der Kaiser in der Folgezeit die Städte Frankfurt oder Luckau.

Durch die Konkurrenz der Brandenburger mit den Sachsen während der Reformation wie auch die Schwedeneinfälle im 30jährigen Krieg wurde die Region immer wieder in Mitleidenschaft gezogen. Zuletzt führten die Kämpfe im 2. Weltkrieg zu erheblichen Zerstörungen, die durch die Baupolitik der DDR vielen Städten ein neues Gesicht gaben. 


Leistungen: Fahrt im modernen Reisebus, 4 Übernachtung in DZ bzw. EZ, Frühstück und Abendessen, Eintritte und Führungen lt. Programm, wissenschaftliche Reiseleitung, Sicherungsscheine
Reiseleitung: Dr. Hildegard Erlemann, Kultur- und Kunsthistorikerin, Recklinghausen

Zustieg: Schwerte, Bergerhofweg 24 (Akademieparkplatz) und Recklinghausen, Wickingplatz (Nähe Hbf)
Anmeldeschluss: 11. Juni 2021

Das Reglement während einer Studienreise in Corona-Zeiten können Sie über den Button "Corona-Schutzregeln bei Studienreisen" oben auf der Seite herunterladen (Stand: Oktober 2020)

Kunst und spiritualität

Einführungs-Vortrag im Rahmen der Sommerakademie: KUNST UND SPIRITUALITÄT 
18. Juli 2021, 15:30 Uhr (Gesamtdauer der Sommerakademie: 18. - 22. Juli 2021)

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Kunst und Spiritualität wollen der unsichtbaren Essenz der Dinge und des Lebens auf die Spur kommen. Die unterschiedlichen Perspektiven und Wahrnehmungmuster können überraschende Fragen aufwerfen und einen Raum für einen spannenden Dialog eröffnen.
Die Sommerakademie KUNST UND SPIRITUALITÄT möchte neue Welten erschließen im Leben und Arbeiten mit bildenden Künstlern, Literaten, Musikern und Schauspielern. Kunst und künstlerisch-kreatives Tun kann dabei als Versuch verstanden werden, die Welt zu erforschen und sich den existentiellen Fragen zu stellen. Anhand von Impulsen, Workshops und vertiefenden Abendvorträgen, Lesungen und im direkten Austausch mit Künstlerinnen ind Künstlern sollen neue Zugänge zur eigenen Kreativität und Spiritualität erschlossen werden.

Ort: FRANZ HITZE HAUS,  Kardinal-von-Galen-Ring 50, 48149 Münster 

monster, tIERE, mitgeschöpfe

Tiere und ihre symbolik in der mittelalterlichen Welt

Kulturhistorisches Abendseminar (Online)

6. August  2021, 18:00-20:00 Uhr

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Löwen, Füchse, Affen, Adler, Hirsche und Schlangen, das Lamm und die Taube, aber auch Drachen, Monster und Chimären: Bilder all dieser Wesen "bevölkern" seit alters her Kirchen, Klöster und religiöse Traktate.

An diesem Studientag wird  anhand vieler Bilder in die Fülle und Bedeutungen der Tiersymbolik im Mittelalter eingeführt. Denn als Teil der Schöpfung gehörten Tiere zur mittelalterlichen Naturauffassung, in der sich die Gesamtheit der Ordnung Gottes widerspiegelt. Schon in frühchristlicher Zeit wurde den Tieren ein bestimmter Symbolgehalt und eine speziell christliche Deutung zugeschrieben - ein Wissen, das heute fast verloren gegangen ist.

Im Weiteren soll es auch darum gehen, wie sich das Verhältnis des Menschen zum Tier gewandelt hat. Viele Jahrhunderte lang galten Tiere als seelenlos; erst Franz von Assisi erkannte ihre Mit-Geschöpflichkeit und begegnete ihnen entsprechend mit Respekt und Hingabe. Abschließend fragen wir nach Impulsen für uns als Menschen im 21. Jahrhundert. Wie ist es heute um das Tierwohl bestellt? Wo ist ein Umdenken erforderlich? Wie kann das gelingen?

Veranstalter: Kulturhistorische Studien Dr. Hildegard Erlemann
Teilnehmerbeitrag: 20 € pro Pers.
Anmeldeschluss: 2. August 2021
Bitte melden Sie sich mit Ihrer vollständigen Adresse und mit dem Veranstaltungstitel per Mail an. Sie erhalten mit der Anmeldebestätigung eine Rechnung und anschließend die Zugangsdaten zum Online-Seminar.

Erkundungen im Garten der Religionen recklinghausen:

Perspektiven für einen interreligiösen Dialog

Studientag 
21. August 2021, 10:30 - 16:00 Uhr

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Wie können Menschen unterschiedlicher Religionen und Weltanschauungen gut miteinander leben? Begegnungen untereinander, Kenntnisse übereinander, Erfahrungen miteinander - all das wird in Deutschland und Europa immer wichtiger. Denn: "Keine Religion ist eine Insel" und keine Weltanschauung oder Religion - das Christentum eingeschlossen! - kann sich von den Gefahren von Ideologisierung und z. T. krassen Fehlentwicklungen freisprechen.

Der GARTEN DER RELIGIONEN in Recklinghausen, der seit Oktober 2019 im ehemaligen Klostergarten der Franziskaner geöffnet ist, versteht sich als Ort der Begegnung und des Dialogs. Er möchte nicht nur Wege zu Judentum, Christentum, Islam, Buddhismus und Hinduismus aufzeigen, sondern durch Impulsworte auf Verbindendes aufmerksam machen, das alle Menschen bewegt. Ausdrücklich wollen die Initiatoren mit jenen ins Gespräch kommen, die sich keiner der fünf großen Weltreligionen zugehörig fühlen, aber auch einen ethisch orientierten Lebensweg gehen. Alle Altersgruppen sind angesprochen, ihren eigenen Gedanken zu folgen und sich auf das Experiment des GARTENS DER RELIGIONEN einzulassen, ganz nach dem Motto: erkunden statt verkünden.

Das Tagesseminar wird zuerst in die Entwicklung und Planung des Gartens in Recklinghausen einführen und sich mit seinem Konzept auseinandersetzen. Danach erkunden wir ihn. Gemeinsam hinterfragen wir unsere Bilder und (Vor-)Urteile über die jeweiligen Religionen und setzen uns mit neues Aspekten und Entdeckungen auseinander.

Ort: Garten der Religionen, Friedrich-Ebert-Str 231, 45657 Recklinghausen 

monster, tIERE, mitgeschöpfe

Tiere und ihre symbolik in der mittelalterlichen Welt

Kulturhistorisches Tagung für Liebhaber von Kunst und Kirchen
28. August 2021, 10:00 - 16:30 Uhr

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Löwen, Füchse, Affen, Adler, Hirsche und Schlangen, das Lamm und die Taube, aber auch Drachen, Monster und Chimären: Bilder all dieser Wesen "bevölkern" seit alters her Kirchen, Klöster und religiöse Traktate.

An diesem Studientag wird  anhand vieler Bilder in die Fülle und Bedeutungen der Tiersymbolik im Mittelalter eingeführt. Denn als Teil der Schöpfung gehörten Tiere zur mittelalterlichen Naturauffassung, in der sich die Gesamtheit der Ordnung Gottes widerspiegelt. Schon in frühchristlicher Zeit wurde den Tieren ein bestimmter Symbolgehalt und eine speziell christliche Deutung zugeschrieben - ein Wissen, das heute fast verloren gegangen ist.

Im Weiteren soll es auch darum gehen, wie sich das Verhältnis des Menschen zum Tier gewandelt hat. Viele Jahrhunderte lang galten Tiere als seelenlos; erst Franz von Assisi erkannte ihre Mit-Geschöpflichkeit und begegnete ihnen entsprechend mit Respekt und Hingabe. Abschließend fragen wir nach Impulsen für uns als Menschen im 21. Jahrhundert. Wie ist es heute um das Tierwohl bestellt? Wo ist ein Umdenken erforderlich? Wie kann das gelingen?

Ort:  Haus Landeskirchlicher Dienste, Olpe 35, 44135 Dortmund 

Museumsfahrt

"dürer war hier ..." - Künstlerreisen um 1500

Kunsthistorische Tagung mit Tagesexkursion zur internationalen Sonderausstellung "DÜRER WAR HIER ...." im Suermondt-Ludwig-Museum Aachen

3. - 4. September 2021

CORONA hat die Planungen des vergangenen Jahres stark herumgewirbelt. An Stelle des traditionell Anfang September angebotenen Exkursionssemianar der Reihe ABSEITS DES WEGES bieten wird eine Fahrt zur wohl bedeutendsten Teil-Präsentation des 2020 abgesagten Ausstellungsprojektes "KARL V. UND ALBRECHT DÜRER" in Aachen an. 

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1520 begab sich Albrecht Dürer - in seiner Zeit hochgerühmt und bewundert - ein letztes Mal auf eine Künstlerreise, die ihn am Ende seines Lebens in die Niederlande, dem Land der großen flämischen Meister, führte. Schon in jungen Jahre hatte er Venedig besucht und war damit dem Sog der italienischen Renaissance auf die "Nordländer" gefolgt. Dort fertigte er bedeutende Kunstwerke für die Gemeinschaft der deutschen Kaufleute. Noch ein weiteres Mal besuchte er Italien bevor er mit seiner späten Reise zu den Niederlanden (1520/21) aufbrach. Dürer selbst dokumentierte diese letzte Reise in einem Buch, in das er alltägliche Notizen - wie z.B. seine Ausgaben - wie auch seine Reisebeobachtungen notierte. Auf seinen Weg weilte Albrecht Dürer drei Wochen in der Kaiserstadt Aachen, wo gerade die Krönungsfeierlichkeiten für König Karl V. abgehalten wurden. Er vergnügte sich in den Thermalbädern und beim Spiel, er bestaunte die Heiligtümer, bewunderte und zeichnete Dom und Katschhof, zudem das Rathaus, Porträts seiner Gesellschaft und einen rastenden Hund. Den reichhaltigen, künstlerischen Ertrag dieser Reise präsentiert das Suermondt-Ludwig-Museum in einer internationalen Ausstellung, die in Kooperation mit dern National Gallery London entstanden ist.

Ort: Katholische Akademie Schwerte, Bergerhofweg 24, 58239 Schwerte

Reihe: Auf den zweiten Blick

Vom Innehalten - Jan vermeers verborgene Botschaften

Kunsthistorisches Abend-Seminar (Online)
16. September 2021, 18:00 - 20:00 Uhr

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Termin: 16. September 2021 (Do); 18:00 - 20:00 Uhr
Teilnehmerbeitrag: 20 € pro Pers.
Anmeldeschluss: 10. September 2021
Bitte melden Sie sich mit Ihrer vollständigen Adresse und mit dem Veranstaltungstitel per Mail an. Sie erhalten mit der Anmeldebestätigung eine Rechnung und anschließend die Zugangsdaten zum Online-Seminar.

SAMMELSURIUM - VON DER LEIDENSCHAFT DES SAMMELNS

Kultur- und kunsthistorische Tagung

1. - 2. Oktober 2021

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Europa und ganz besonders Deutschland besitzt eine außergewöhnlich reiche und vielfältige Museumslandschaft, deren Sammlungen zumeist auf die obsessive Leidenschaft mächtiger Herrscher und vermögender Schöngeister zurückgehen. Sei es zur Repräsentation, Machtdemonstration und Vermögenssicherung, sei es aus religiösen Motiven, zur Bildung oder aus persönlicher Liebhaberei wurden schon seit dem frühen Mittelalter im Hort Sammlungen der verschiedensten Objekte angelegt. Viele dieser Schätze sind in Kriegen in andere Hände geraten oder sogar verloren gegangen. Ihr identitätsstiftender Gehalt gab ihnen geradezu eine magnetische Anziehungskraft für die Sieger über die Besiegten. Beispielhaft ist die triumphale Überführung des jüdischen Tempelschatzes aus Jerusalem nach Rom im Jahr 70 n. Chr..

Einen Höhepunkt dieser Triumph- bzw. Demütigungsgeste gegenüber den Opfern stellt wohl die sog. Raubkunst des NS-Regimes dar, in dessen Verlauf nicht nur die einschlägigen Museums-Sammlungen moderner Kunst zerschlagen wurden, sondern - ein noch viel größeres Unrecht - jüdische Privatsammler genötigt wurden, ihre Schätze weit unter Wert zu verschleudern. Bezeichnend ist, wie nahe die räuberische Erpressung und vermeintliche Kunstsinnigkeit der Täter beieinander lagen. Erinnert sei an das Projekt des "Privatmuseums" von Hermann Göring mit über 4.000 Objekten in der Schorfheide bei Berlin oder Hitlers geplante Kunstsammlung in Linz. 

Diesem Unrecht entgegenzuwirken bemüht sich die Provinienzforschung, die seit der Washingtoner Erklärung 1998 auch Deutschland dazu verpflichtet, geraubtes Kunst- und Kulturgut zu restituieren. Mit der Aufarbeitung der Kolonialgeschichte sind zudem große Teile ethnographischer Sammlungen in Europa zusätzlich in den Fokus geraten. Wie die jüngsten diplomatischen Entwicklungen um die berühmten "Benin-Bronzen" zeigen, könnte sich - nach langem Ringen - eine einvernehmliche Einigung mit den afrikanischen Herkunftsstaaten ergeben, die die Kooperation Europas mit Afrika auf eine neue Basis stellt.

Ort: Katholische Akademie Schwerte, Bergerhofweg 24, 58239 Schwerte

Museumsreise

VOM INNEHALTEN - DIE KUNST DES JAN VERMEER 

Museumsfahrt nach Dresden anlässlich der großen Vermeer-Ausstellung in der Gemäldegalerie Alte Meister, Dresden
19. - 22. Oktober 2021
Anmeldeschluss: 16. September 2021

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Obwohl das Oeuvre des Delfter Meisters Jan Vermeer (1632 - 1675) verhältnismäßig klein ist, übt es wegen seiner intimen und von großer Innerlichkeit bestimmten Interieurs eine außerordentliche Anziehungskraft aus. Auch das Dresdener Bild „Brieflesendes Mädchen am offenen Fenster“, das sich seit 1742 in der Sammlung der Gemäldegalerie Alte Meister befindet, gehört mit seiner introvertierten Mädchengestalt zu diesem für Vermeer so typischen Genre. "Die Szene ist von großer Poesie und nahezu magischer Ruhe."

Doch zeigt die seit 2017 durchgeführte Restaurierung, dass seine bisherige Erscheinungsweise nicht dem ursprünglichen, von Vermeer intendierten Bild entspricht. Wohl nach dem Tod Vermeers erfuhr das Werk eine umfassende, großflächige Übermalung, die die ursprünglich eher pikante Botschaft mit der Darstellung des stehenden Liebesgott Cupido verbarg. Dies hat sicherlich verstärkt zu dem Urteil über Vermeer als "Sphinx von Delft" beigetragen, das der französische Kunsthistoriker William Thoré-Bürger Mitte des 19. Jahrhunderts formulierte.

Ergänzt durch neun weitere Gemälde Vermeers, breitet die Dresdener Ausstellung nun ein Panorama um das "Brieflesende Mädchen am offenen Fenster" aus, das sowohl verwandte Werke des Meisters selbst als auch bedeutende Stücke der holländischen Genremalerei des Goldenen Zeitalters aus seinem künstleri­schen Umfeld zusammenführen. Ein attraktives Rahmenprogramm begleitet diese Museumsfahrt.

Leistungen: Fahrt im modernen Reisebus, 3 Übernachtung in DZ bzw. EZ, Frühstück und Abendessen, Ein­tritte und Führungen lt. Programm (soweit es die Pandemiebestimmungen vor Ort zulassen), wissenschaftli­che Reiseleitung, Sicherungsscheine

Reiseleitung: Dr. Hildegard Erlemann, Kultur- und Kunsthistorikerin, Recklinghausen

Zustieg: Schwerte, Bergerhofweg 24 (Akademieparkplatz) und Recklinghausen, Wickingplatz (Nähe Hbf)

Anmeldeschluss: 16. September 2021

ELFENBEIN UND WALROSSZAHN - Kulturgeschichte des "weißen Goldes" 

Kunst- und kulturhistorische Tagung

12. - 13. November 2021

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Elfenbein ist seit jeher wegen seiner samtenen Oberfläche und leichten Bearbeitbarkeit ein überaus geschätztes organisches Material. In unserer Zeit hat die quasi industrielle Verarbeitung im Luxusbereich zur Ausrottung ganzer Elefantenpopulationen geführt. Jährlich werden etwa 20.000 afrikanische Elefanten für den Elfenbeinhandel getötet, die Gesamtpopulation dieser Großsäuger ist in Afrika von ca. 10 Millionen Tiere Anfang des 20. Jahrhunderts auf heute weniger als 400.000 Exemplare zurückgegangen. Illegales Elfenbein ist heute trotz des internationalen Handelsverbotes aus dem Jahr 1989 ein Exportschlager in Südost-Asien.
In früheren Zeiten war dieses exotische Material nur weltlichen und geistlichen Großen vorbehalten, die es zu exquisiten Kunstgegenständen verarbeiten ließen. Über alle Grenzen hinweg wurde das Kostbarste in kostbarste Materialien gehüllt: Hostien in Elfenbeinpyxiden, Reste der Heiligen in Elfenbeinschatullen und -reliquiaren, die heiligen Schriften in Buchdeckeln mit Reliefs aus Elfenbein. Die Eleganz des Materials wurde gerade auch in der Gotik in der Sakralkunst wie auch bei Hofe überaus geschätzt. Kruzifixe und Madonnen, große Altarverkleidungen wie auch filigrane Reisealtärchen, aber auch Schachspiele und Spiegeleinfassungen - es scheint keinen Gegenstand der Luxuskultur gegeben zu haben, für den nicht Elfenbein verwendet wurde. Nicht umsonst werden diese Elfenbeinarbeiten der mittelalterlichen Schatzkunst zugeordnet.
So stand die Kunst des Elfenbeinschnitzers direkt neben der des Goldschmiedes. War das überaus kostbare exotische Material nicht zur Hand oder zu kostspielig, begnügte man sich mit Walrosszahn oder einfachen Knochenschnitzereien.
Das Seminar will in die vielfältige Anwendung und die kunstvolle Verarbeitung des Elfenbeins in der europäischen Kunst einführen.

Ort: Katholische Akademie Schwerte, Bergerhofweg 24, 58239 Schwerte

Reihe: Auf den zweiten Blick

Rembrandts Nachtwache

Kunsthistorisches Abend-Seminar (Online)
26. November 2021, 18:00 - 20:00

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Veranstalter: Kulturhistorische Studien Dr. Hildegard Erlemann
Teilnehmerbeitrag: 20 € pro Pers.
Bitte melden Sie sich mit Ihrer vollständigen Adresse und mit dem Veranstaltungstitel per Mail an. Sie erhalten mit der Anmeldebestätigung eine Rechnung und anschließend die Zugangsdaten zum Online-Seminar.

HInweise zu corona-schutzregeln bei Studienreisen 

Das Reglement während einer Studienreise in Corona-Zeiten konnen Sie über den Button "Corona-Schutzregeln bei Studienreisen" hier einsehen und herunterladen. 
(Stand Herbst 2020)

JAHRESPROGRAMM 2022